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Versorgung großer Defekte mit Keramik:

Inlays und Teilkronen aus Keramik:

Der Begriff Inlay kommt aus dem Englischen und bezeichnet ein außerhalb des Mundes gefertigtes Objekt, welches genau den Defekt im Zahn ausfüllt. Als Teilkrone bezeichnet man ein großes Inlay, das den größten Teil der Kaufläche und Höcker ersetzt. Der Unterschied liegt lediglich in der Bezeichnung.
Ersetzt man größere Defekte mit Inlays bzw. Teilkronen aus einem stabilen Material wie Keramik, so können die Kaukräfte komplett und gleichmäßig an den Zahn weitergegeben werden, ohne dass sich das Material verbiegt. Keramik bietet im Vergleich zu Gold noch den Vorteil, dass es metallfrei ist und komplett mit der Zahnsubstanz verklebt werden kann. Dadurch wird der Zahn stabilisiert. Die Klebekräfte sind dabei so extrem stark, dass man 300KG mit der Auflagefläche einer Fingerkuppe (1cm²) an der Decke festkleben könnte!
Der Arbeits- und Herstellungsaufwand ist zwar wesentlich höher, doch längerfristig zahlt sich dieser auf jeden Fall aus.


Beispiele für verschiedene Formen und Größen von Inlays und Teilkronen

Einflächiges Inlay:
Der Rand des Inlays ist ringsherum von der Kaufläche begrenzt. Bei kleinen Defekten kann noch eine Kunststoffüllung vertreten werden, ab der hier gezeigten Größe sollte dann schon ein stabileres Material den Defekt ersetzen, da der Zahn durch den Defekt schon geschwächt ist.
Zweiflächiges Inlay:
Das Inlay ist nicht nur von der Kaufläche begrenzt, sondern erstreckt sich auch auf eine Wand zum Nachbarzahn.
Dreiflächiges Inlay:
Das Inlay ist nicht nur von der Kaufläche begrenzt, sondern erstreckt sich auch auf beide Wände zum jeweiligen Nachbarzahn.

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Teilkrone:
Der Zahn ist zu einem großen Teil zerstört. Der defekte Teil kann komplett in Keramik ersetzt werden. Eine Überkronung hingegen wäre mit einem unnötig hohen Substanzverlust verbunden.

 

Vorgehensweise bei der Herstellung von Inlays bzw. Teilkronen:

Die alte Füllung wird zunächst ausgebohrt und vorhandene Karies entfernt. Dabei wird soviel Zahnsubstanz wie möglich geschont.

Der Zahn ist nun bereit für die Aufnahme eines Inlays bzw. einer Teilkrone.

Bei der Herstellung gibt es zwei Möglichkeiten:


A: Herstellung des Inlays bzw. der Teilkrone beim Zahntechniker (labside):

Der Zahnarzt nimmt nach der Präparation eine Abformung des Defektes, versorgt den Zahn provisorisch und lässt vom Zahntechniker ein Keramikinlay bzw. eine Teilkrone herstellen. Nach ca. ein bis zwei Wochen kommt der Patient wieder in die Sprechstunde und die Versorgung wird eingesetzt.


B: Herstellung des Inlays bzw. der Teilkrone vom Zahnarzt in derselben Sitzung (chairside):

Der Zahnarzt scannt den zu versorgenden Zahn nach der Präparation mit Hilfe eines CAD/CAM-PCs ein, konstruiert das Inlay bzw. die Teilkrone dreidimensional am Computer und lässt die Restauration dann nach seinen Wünschen in der Praxis von einer dazu gehörenden Schleifeinheit fräsen. Das Computersystem heißt CEREC 3D und wird von der Fa. SIRONA hergestellt. CEREC gibt es seit Ende der achtziger Jahre. Es wurde laufend weiterentwickelt. Das neueste Modell heißt CEREC 3D und wird an Präzision und Handling von keinem anderen dentalen CAD/CAM System übertroffen. Die Restauration wird auf 1/50 mm genau hergestellt.


Vorteile für den Patienten bei der Versorgung durch CEREC 3D:

*  Präparation und Einsetzen des Inlays bzw. der Teilkrone in derselben Sitzung, kein Provisorium nötig!
*  Das Inlay wird aus einem völlig homogenen Karamikblock herausgefräst, es treten keinerlei interne Spannungen auf.
*  Studien belegen eine 95%ige Überlebensrate nach 18 Jahren. Das ist eine höhere Überlebensrate als Gold.
*  Der Zahnarzt fertigt das Inlay selbst...
*  ...dadurch werden auch Kosten gespart


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Fragen:


Gibt es auch Keramikfüllungen?

Nein. Die Begriffe sind oft irreführend. Prinzipiell gibt es im Seitenzahnbereich Füllungen, Inlays, Teilkronen und Kronen. Füllungen bestehen aus plastischem, also verformbarem Material, das in den defekten Zahn eingebracht wird und dort dann aushärtet. Entweder von selbst wie bei Amalgam, oder durch Lichthärten bei Kunststoffüllungen. Es gibt Füllungsmaterial, bei dem auch feine Keramikpartikel enthalten sind, was die Materialeigenschaften deutlich verbessert, aber prinzipiell darf auch bei diesen sehr stabilen Füllungen nicht mehr als die Hälfte der Kaufläche ersetzt werden.

Der Begriff Keramikfüllung ist meines Erachtens verwirrend, denn er suggeriert dem Patienten, er hätte ein Stück Keramik im Mund, letztlich handelt es sich aber um eine Kunststoffüllung.


Sind Goldinlays nicht besser?

Jahrzehntelang galt die Versorgung mit Goldinlays als das Maß aller Dinge. Seit es möglich ist, Keramik adhäsiv an der Zahnhartsubstanz einzukleben, sind Goldinlays bis auf wenige Ausnahmen überflüssig geworden.

Goldinlays werden lediglich einzementiert, d.h. sie halten im Zahn durch Verkeilung. Die dabei entstehenden Kräfte muss der ohnehin schon geschwächte restliche Teil des Zahnes aufnehmen.


Warum sind Keramikinlays besser als Goldinlays?

Keramikinlays bzw. Keramikteilkronen werden adhäsiv eingesetzt. D.h. sie werden mit der gesamten restlichen Zahnhartsubstanz verklebt und schienen somit den gesamten Zahn. Die Klebekraft moderner Befestigungsmaterialien liegt bei bis zu 300Kg/cm², trockenes und sauberes Arbeiten mit Hilfe von Kofferdam (Gummimembran) vorausgesetzt. Auch dünne Lamellen können so erhalten und stabilisiert werden. Keramikinlays und Keramikteilkronen erlauben so beim Präparieren eine optimale Substanzschonung, was meines Erachtens überhaupt eine der wichtigsten Dinge in der Zahnmedizin ist. Keramik hat in etwa die gleiche Härte und die gleichen Materialeigenschaften wie die natürliche Zahnhartsubstanz. Da sich die Keramik beim Kauen nicht verformt, werden auch nicht wie bei zu großen Kunststoffüllungen Teile des Zahnes überlastet, sondern das Inlay gibt die eingeleitete Kraft komplett an den restlichen Zahn weiter. Man kann sagen, dass man damit dem Zahn ein ganzes Stück Natürlichkeit zurückgegeben hat.


Break Inlay Ist es nicht sinnvoller, den Zahn gleich zu überkronen?

Eine Krone sollte meines Erachtens als letzte Restaurationsmöglichkeit gesehen werden. Beim Präparieren einer Krone wird der Zahn ringsherum beschliffen und um ca. 1-1,5mm reduziert. Dieser hohe Zahnhartsubstanzverlust sollte nur dann in Kauf genommen werden, wenn der Zahn schon extrem zerstört ist.

Warum sollte man einen Zahn, der nur im Zentrum der Kaufläche einen Defekt hat, ringsherum beschleifen und somit jede Menge gesunde Zahnhartsubstanz opfern?


Bezahlt die private Krankenversicherung eine Versorgung mit Keramikinlays?

Die meisten privaten Krankenversicherungen haben erkannt, dass eine rechtzeitige und solide Versorgung eines defekten Zahnes mit ausreichend stabilem Material langfristig wesentlich günstiger ist, als ein häufiges Auswechseln von großen Kunststoffüllungen, das auch immer mit Substanzverlust verbunden ist und häufig letztlich als Krone endet und bezahlen deshalb CEREC 3D Inlays bzw. Teilkronen in der Regel. Natürlich gibt es auch hier extrem günstige Versicherungsverträge, die dann nicht alle medizinischen Leistungen abdecken.


Bezahlt die gesetzliche Krankenversicherung eine Versorgung mit Keramikinlays bzw. Keramikteilkronen?

Zum Teil . Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) bezahlt Amalgamfüllungen komplett, Kunststoffüllungen bis zu dem Preis von Amalgamfüllungen und bezuschusst Teil- und Vollkronen. Eine Versorgung mit einem Inlay wird bis zum Preis einer Amalgamfüllung bezuschusst. Die Mehrkosten müssen dann von einer Zusatzversicherung oder selbst getragen werden.


Was kostet die Versorgung mit einem Keramikinlay bzw. einer Keramikteilkrone?

Keramikinlays kosten je nach Größe und Anbieter etwa zwischen 450 und 800 EUR. Keramikteilkronen kosten etwa zwischen 500 und 900 EUR. In der Regel liegen die Preise für diese Versorgungen zwischen 400 und 750 EUR.

Bitte haben Sie Verständnis, wenn ich Ihnen keine genauen Preisangaben machen kann, denn diese Seite soll Sie objektiv informieren, egal zu welchem Zahnarzt Sie gehen.
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